Zeitungsbericht im “Neuen Tag” am 21.05.2013

Zukünftig mit modernster Ausrüstung zum Ernstfall

Pfarrer Markus Schmid segnet die beiden neuen Einsatzfahrzeuge der Neuhauser Feuerwehr – zahlreiche Festgäste

Neuhaus (mlb) „Ein großer Traum der Feuerwehr geht heute in Erfüllung – die Doppelfahrzeugweihe kann endlich stattfinden“, freute sich erster Vorstand Christian Windschiegl bei der  Begrüßung der zahlreichen Anwesenden, die sich zur Segnung der beiden neuen Einsatzfahrzeuge am Pfingstsonntagvormittag auf dem Kirchenvorplatz versammelt hatten. Neben Vertretern der Feuerwehrlandkreisführung sowie der regionalen Politik hieß er mehr als fünfzehn Feuerwehren und weitere örtliche Vereine zum Festakt willkommen. Pfarrer Markus Schmid, der vorher bereits zusammen mit Ruhestandsgeistlichem Josef Unsicker den Festgottesdienst zelebriert hatte, segnete den Mannschaftstransporter und das Löschgruppenfahrzeug LF 10. Dabei erbat er zugleich auch Gottes Segen für die Feuerwehrkameraden und alle, die sich für den Dienst am Nächsten einsetzen. „So paradox es klingt, aber ich wünsche euch, möglichst wenig Einsätze mit den neuen Fahrzeugen“, wandte sich erster Bürgermeister Andreas Meier vor der Schlüsselübergabe an die Neuhauser Wehr. Sollte es allerdings doch zum Ernstfall kommen, wären die Kameraden durch die moderne Ausrüstung für den Ernstfall bestens gewappnet. Das Stadtoberhaupt dankte dem Verein und seinen Kollegen aus dem Stadtrat für die gute Zusammenarbeit während des jahrelangen Kraftaktes, welcher dem Kauf der beiden Fahrzeuge vorausging. Dass diese Anschaffung dringend notwendig war, zeigte sich bei den Ausführungen des ersten Kommandanten Andreas Bogner. Einerseits, so Bogner, erforderten veränderte Bedingungen, wie etwa das stärkere Verkehrsaufkommen auf der A 93 oder das ständig wachsende Industriegebiet, höhere, modernere Sicherheitsstandards, andererseits hätten zeitweise Totalausfälle der alten Feuerwehrautos ein Ausrücken der Kameraden zu den Einsatzorten verhindert. „Durch die beiden modernst ausgestatteten, neuen Fahrzeuge kann die Neuhauser Wehr zukünftig wieder ihren Beitrag zum optimalen Brandschutz im Stadtgebiet leisten“, freute sich der Kommandant. Und auch der Gerätewart, Thomas Kreinhöfner, so Bogner augenzwinkernd weiter, müsse zukünftig nicht mehr so viel Zeit für Reparaturen aufwenden. Der Kommandant dankte deswegen allen Beteiligten und Gönnern für ihren Einsatz, der zu einem sehr guten Ergebnis geführt hätte. Nach einem kurzen Grußwort durch Kreisbrandrat Richard Meier luden die Festdamen in ihrem Prolog die Anwesenden zum gemeinsamen Weißwurst-Frühschoppen ins Festzelt ein. Bevor sich der Festzug angeführt von den beiden neuen Fahrzeugen jedoch auf den Weg machte, erklang feierlich die Feuerwehrhymne, gespielt von der Festkapelle „Neuhauser Boum“ und gesungen von Stefan Schricker. Weitere Fotos und Eindrücke vom viertägigen Feuerwehrfest unter www.oberpfalznetz.de/neuhaus.

Festzug einer der Höhepunkte beim Fest der Superlative

Zahlreiche Teilnehmer am Sonntagnachmittag beim Umzug durch den Ort – Gegenzug am Marktplatz

Neuhaus (mlb) 41 Gruppen mit rund 650 Teilnehmern, darunter drei Musikgruppen und, trotz der durchwachsenen Wettervorhersagen, strahlender Sonnenschein und über 20 Grad – das ist die stolze Bilanz des großen Festzuges, der sich am Sonntagnachmittag durch die Straßen schlängelte. Viele umliegende Feuerwehren waren mit ihren Fahnenabordnungen der Einladung der Neuhauser Kameraden gefolgt, um gemeinsam mit ihnen die Segnung der beiden neuen Einsatzfahrzeuge gebührend zu feiern. Darüber hinaus sorgten die ehemaligen Festdamen, die DJK Neuhaus, die Pfadfinder Windischeschenbach, der Burschenverein Floß, die Gardemädchen der Narrhalla sowie die Festdamen aus Dietersdorf, Floß und Erbendorf für farbenfrohe Auflockerung in dem ansonsten sehr uniformlastigen Zug. Angeführt wurde die Parade von den festlich geschmückten neuen Feuerwehrautos, die bei den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand Bewunderung hervorriefen. Nicht minder begeistert zeigte sich das Publikum von den 23 bezaubernden Neuhauser Festdamen. In bordeauxroten, sexy geschnittenen Kleidern begleiteten sie die Fahrzeuge und heizten mit ihrem Schlachtruf „Fest, Fester, Feierwehrfest“ die Stimmung an. Aufgrund der Länge des imposanten Festzuges sicherten mit dem Spielmannszug Erbendorf, der Reuther Blaskapelle sowie den Neuhauser Boum gleich drei Musikgruppen den Gleichschritt der Teilnehmer. Letztere sorgten als Festkapelle auch nach dem Umzug mit ihrem umfassenden Repertoire, das von traditioneller Blasmusik bis hin zu aktuellen Stimmungsliedern reicht, für gute Laune im Festzelt. Großes „Hallo“ gab es für die teilnehmenden Vereine auf dem festlich geschmückten Marktplatz, wo sie dank eines Gegenzuges selbst Gelegenheit bekamen, die anderen Gruppierungen zu bestaunen. Als bleibende Erinnerung an diesen überaus gelungenen Festtag erhielten die teilnehmenden Vereine beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Festzelt ein ganz besonderes Quartett-Spiel. Dieses hatten die Neuhauser Kameraden aus Fotos und den technischen Daten der Einsatzfahrzeuge der teilnehmenden Feuerwehren anfertigen lassen. Im Gegenzug dazu überreichte Christian Sperber als erster Vorstand der Patenfeuerwehr Windischeschenbach eine Kübelspritze an die Neuhauser Wehr. Diese vervollständige, wie er schmunzelnd ausführte, die nunmehr hochmoderne Ausrüstung der Feuerwehr, vor allem bei Hochzeiten der größtenteils noch jungen Kameraden.

 

Tobender Applaus, Lachtränen und Begeisterung pur

Altneihauser Feierwehrkapell´n brilliert beim Fest ihrer Neuhauser Kameraden mit dem Programm „Altneihauser@home“

Neuhaus (mlb) „Da können sich die Karnevalsvereine bei uns noch was abschauen“, zeigte sich ein waschechter Kölner am Montagabend vom Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell´n begeistert, „noch nie hab ich so etwas Gutes gesehen.“ Mittlerweile in Franken ansässig ist er über die Frankenfastnacht am Fernsehen aufmerksam auf die Oberpfälzer Blechbläser geworden. Selbst kleine Sprachbarrieren können seine Begeisterung für das Ensemble nicht trüben. „Meine Frau als gebürtige Oberpfälzerin hilft dann als Übersetzerin weiter“, so der Rheinländer. Doch auch Norbert Neugirg, als Kommandant der neunköpfigen Spaßcombo, achtete akribisch darauf, dass auch „Zugereiste“ die Späße und Tiraden verstehen konnten. So leistete Quetschenspieler „Lucky“ gute Dienste als Dolmetscher, wobei seine Übersetzungen für „Brennsupp´n“ oder „hinterfotzig“ nicht bierernst zu nehmen waren. Mit dem Bildungsauftrag der Bayrischen Staatsregierung brachten die Altneihauser dem Publikum im vollbesetzten 1000-Mann-Zelt überdies den Oberpfälzer Dialekt nahe. Mit Wortwitzen, lustig übersetzten Anglizismen, einem Zitat aus Hamlet und der gekonnt musikalischen Umsetzung des „Binsenlohe-Liedes“ in bekannte Weltsongs wie „Bei mir bist du schön“ oder „We will rock you“  kam die Combo zu dem Schluss, dass die Welt ohne den intelligenten Oberpfälzer Dialekt nicht entstanden wäre. Selbstredend, dass die zahlreichen Auswärtigen, die aus allen Ecken Deutschlands für den Musikkabarett-Abend angereist waren, mehr als einmal ihr Fett wegbekamen. „Was hat Sie denn geritten hierher zu fahren?“ richtete sich Neugirg provokant und mit einer gehörigen Portion Selbstironie an seine Gäste, „Auch wenn Sie es nicht glauben können, dass man hier überleben kann, aber hier kommen wir her.“ So blieb selbstverständlich auch Neuhaus und Umgebung von den humorösen Anspielungen der Kapelle nicht verschont. Vor allem die Freiwillige Feuerwehr als Gastgeber des Abends musste eine gehörige Portion Seitenhiebe einstecken. „Sankt Florian hilf dem Festausschuss, dass er nicht in die Klapse muss, Geiz, Kurzsicht, Gicht und Impotenz statte die Feuerwehr Neuhaus mit Einsatzglück und Tatkraft aus…“, bat der Altneihauser Kommandant den Feuerwehr-Heiligen um Hilfe. Während die urigen Musiker kein gutes Haar am Festbier und dem Festplatz mit Linksabhang ließen, fanden sie sehr wohl Gefallen an den 23 bezaubernden Festdamen. „Die Mädchen sind eine adrette wunderschöne Perlenkette“, lobte der Altneihauser Kommanbrandant und fügte anzüglich hinzu, „und wenn sie auf dem Löschkraftwagen sitzen, rührt sich innen drin die Spritzen.“ Mit dem Lied vom Tod begleiten die illustren Blechmusiker Neugirgs Ausführungen zur Situation der Stadt. „Fährt man mit der Eisenbahn die Zoiglhauptstadt drunten an und blickt in den Bahnhof rein, fällt einem nur der Titel ein“, bemängelte er die Aussicht auf die verlassenen Industriegebäude. Lobend erwähnte der Kommandant dagegen das Vorhaben des Brandl-Sudhauses, mit Pirker Lust-Zoigl den sinkenden Geburtenzahlen in Windischeschenbach entgegen zu wirken. Auch erster Bürgermeister Andreas Meier stand im Focus seiner Ausführungen. Ihn begrüßte Neugirg schon mal vorausschauend als Landrat – nicht ganz aus freien Stücken, wie er erläuterte. Eine weitere Lachsalve jagte durchs Zelt als er im Anschluss dem Stadtoberhaupt für sein großzügiges Entgegenkommen in Form einer Rotlicht-Spende dankte. Zur Erheiterung des Publikums standen während des Abends zwei weitere Gäste auf der Bühne. In einer brillanten Rede bemängelte der ehemalige bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber, alias Norbert Neugirg, unter dem Titel „Bayerns Zukunft schwarz gesehen“ die tagespolitischen Verhältnisse. Trommler Reinhard Stummreiter begeisterte überdies nach einem viel beklatschten und belachten Kabarettabend in einer erotischen Zugabe als „Porno-Moni“ mit seinem Lied über die Machenschaften Berlusconis.

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